Rugiatu N. Turay
Koordinatorin und Leiterin
Rugiatu Turay ist das Herz von AIM. Durch ihr mutiges und emanzipiertes Engagement hat sie sich mittlerweile weit über Lunsar hinaus einen Namen gemacht. Durch ihre vielen Kontakte und Netzwerke trägt sie maßgeblich zum Fortbestehen von AIM bei. Sie investiert ihre gesamte Zeit in ihre Anliegen und konnte mit ihren Frauenrechtsthemen bereits viele Frauen und auch Männer mobilisieren. „Neneh“, wie sie im Dorf und von Freunden und Bekannten liebevoll genannt wird, ist eine außergewöhnliche Frau. Sie sprüht vor Energie und Ideen und hat für jeden ein offenes Ohr. Ihr Haus ist immer offen für Besucher, die Rat suchen, Unterstützung benötigen, neue Ideen haben oder ein Sprachrohr brauchen. So engagiert sie sich auch politisch, in der Kirche und unterstützt verschiedene Jugendgruppen. Außerdem ist sie seit den Lokalwahlen 2008 Lokalrätin im Port Loko District und wurde auch zur stellvertretenden Vorsitzenden der 34 Lokalräte gewählt.
James Koundouno
General Secretary
James Koundouno ist hauptberuflich baptistischer Pfarrer und kommt aus Guinea. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund seines christlichen Glaubens sieht er sich für eine Verbesserung der Situation der Menschen verantwortlich. Vor allem das Wohl der Kinder liegt ihm am Herzen. Bei AIM unterstützt er die Durchführung von Projekten. Daneben war er maßgeblich am Aufbau einer zweisprachigen Schule in Guinea beteiligt, die er regelmäßig besucht.
Osman Kargbo
Verwaltungsleiter
Osman Kargbo, ausgebildeter Lehrer, zog 2007 nach Lunsar, um bei AIM als Administrator zu arbeiten. Mit großer Gewissenhaftigkeit und wenn nötig mit Diplomatie koordiniert er das Tagesgeschäft des Büros.
Abdul Salam Bangura
Buchhalter
Abdul Salam hat in Freetown Wirtschaftswissenschaften studiert und ist nun bei AIM für die Finanzen zuständig. Ursprünglich aus Makeni, ist er nach seinem Studium nach Lunsar gekommen, um mit Engagement AIM zu unterstützen.
Roselin
Rezeption und Sekretariat
Roselin ist 49 und kommt aus Lunsar, wo sie seit August 2009 im Hauptbüro von AIM arbeitet. Ihre Hauptaufgaben sind die Berichte der Feldanimateure zu verschriftlichen und zu archivieren sowie Besucher zu empfangen. Sie hat das Marie Annes Vocational Center besucht und vorher als Sekretärin in der Guadelupe Secondary School gearbeitet.
Margeret Harding
Feldanimateurin in Marampa
Margaret Harding ist eine der dienstältesten AIM-MitarbeiterInnen. Zunächst leitete sie die Zweigstelle im benachbarten Feredugu. Heute arbeitet sie als Feldanimateurin in Marampa. Sie begegnet den Menschen stets mit großer Offenheit und beweist in ihrer täglichen Frauenrechtsarbeit viel Geduld. Auch ihr Mann Frank Harding war ein sehr aktives Mitglied von AIM und unterstützt ihre Arbeit nach wie vor. Die stolze und mehrfache Großmutter ist immer gut gelaunt und voller Tatendrang. Zukünftig soll sie das neue Ressource-Center von AIM in Lunsar leiten.
Abu Koroma
Reinigungskraft und Gärtner
Stets gut gelaunt hält Abu Koroma den Garten und das Büro vom „Amazonian Intiative Movement“ auf Vordermann. Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre das sowohl für das AIM-Team als auch für ihn selbst unvorstellbar gewesen. Schließlich war Abu Koroma, alias Palumpes, Anführer der Poro-Männer in Lunsar. Wie in ganz Sierra Leone ist der Poro, der Geheimbund der Männer, die mächtigste traditionelle Institution in Lunsar. In Vorbereitungen auf die Genitalbeschneidungen von Mädchen zahlten die Beschneiderinnen Geld an Abu Koroma und er brachten sie zum Paramount Chief, bei dem sie dann wiederum gegen Bezahlung Beschneidungslizenzen erwerben konnten. Auf die Frage, warum die Poro-Gesellschaft so viele blutige Rituale anwende, weiß er nur auf die Tradition und Angst zu verweisen. Man habe es eben immer so gemacht und habe Angst vor dem Wandel.
Koroma war AIM lange bekannt. Immer wieder suchte der Frauenrechtsverein den Dialog mit ihm. Heute erzählt er lachend von den nicht verstummenden „Provokationen“ – so seine Worte – vor allem seitens Rugiatu Turays. Sie habe ihn solange über die negativen Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung aufgeklärt, bis er irgendwann nicht mehr von der Notwendigkeit dieser traditionellen Praxis überzeugt gewesen sei. Als sie erkannten, dass er zum überzeugten Gegner von FGC wurde, freuten sich seine Kinder sehr. Heute, als Mitarbeiter von AIM, erfahre er weiterhin Respekt von den Menschen, berichtet er zufrieden. Er verdiene mit einer Arbeit seinen Lebensunterhalt, die nicht vom Leid der Anderen profitiere. Entgegen der Einschüchterungstheorien der Geheimbünde hat diese Entscheidung Koroma also keinen Schaden zugefügt. Er ist ein wichtiger Mitarbeiter von AIM: Kein anderer versteht den männlichen Geheimbund so gut wie er. Nach wie vor wird er informiert über die Aktivitäten des Geheimbundes und kann dessen Gesetze seinen KollegInnen erklären. Koroma ist heute ein überzeugendes Rollenmodell für die aktiven Mitglieder des Poro.
Edwig L. Kamara
Feldanimateurin in Buya Rumende
Edwig ist 26 Jahre alt und arbeitet seit August 2009 als Feldanimateurin in Buya Romende. Vorher war sie ehrenamtlich in der Aufklärungsarbeit über FGC mit Jugendlichen aktiv. Ihre Verwandten unterstützen ihre Arbeit sehr.
Marion N. Kamara
Reinigungskraft und Büroassistenz
Verheiratet und als Mutter von drei Kindern arbeitet Marion Kamara seit einigen Jahren und mit großem Engagement bei AIM. Sie hält das Büro sauber und unterstützt die Verwaltung mit wichtigen Boten- und Hilfsdiensten.
Juliette Marah
Feldanimateurin in Maforki
Juliette ist 45 Jahre alt und hat zwei Kinder. Als Krankenschwester hat sie lange bei einem Gynäkologen gearbeitet. Damit hat sie langjährige Erfahrungen mit den körperlichen und seelischen Implikationen von FGC. Als überzeugte Gegnerin dieser Praxis hat sie sich sehr gefreut, Anfang 2008 bei AIM anzufangen. Sie ist Feldanimateurin in dem Häuptlingstum Marforki. Um die Dörfer zu erreichen, muss sie zu Fuß weite Strecken zurücklegen. Doch das Ziel, Mädchen vor der gefährlichen Genitalbeschneidung zu schützen, motiviert sie jeden Tag, weite Fußmärsche auf sich zu nehmen und sich mit den Menschen in den Dörfern auseinanderzusetzen.
Raphael P. Kabba
Feldanimateur und Feldsupervisor in Marampa
Raphael ist 32 Jahre alt. Seit April 2009 arbeitet er als Feldanimator und -supervisor bei AIM, nachdem er sich acht Monate auf freiwilliger Basis bei AIM engagiert und fortgebildet hat. Er ist zuständig für zwei Gemeinden (Kirify und Makomp) im Marampa Häuptlingstum und für die Betreuung der FeldanimateurInnen aller fünf Häuptlingstümer, in denen AIM aktiv ist. Er liebt seine Arbeit sehr. Besonders viel Freue bereitet ihm die Sensibilisierungsarbeit mit den Menschen in den Dörfern. Raphael war sich schon lange der grassierenden Menschenrechtsverletzungen in seinem Land bewusst. Als er AIM kennenlernte, bemerkte er, dass die Organisation zu einem Rückgang der Menschrechtsverletzungen beiträgt, besonders die Beschneidungen und Kinderehen betreffend. Daher entwickelten der bekennende Menschenrechtsaktivist aus Mabesseneh ein Interesse an der Arbeit von AIM und entschied, sich bei AIM zu bewerben.
1997 beendete Raphael seine agrarwissenschaftliche Ausbildung am St. Joseph Vocational Institute. Anschließend arbeitete er fünf Jahre als Lehrer an einer Schule in Lungi, bevor er am Milti Magai College of Education and Technology in Freetown Agrarwissenschaften und kommunale Entwicklung studierte. Vor seiner Tätigkeit für AIM war er Lehrer beim Sierra Leone Opportunity Industrialisation Center und arbeitet als Berater für Viehzucht für die Organisation Action contre la Faim.
Hawanetu
Feldanimateurin in Buya Rumende
Hawanetu ist mit 25 Jahren eine der jüngsten MitarbeiterInnen bei AIM. Sie hat sich vor kurzem eigeninitiativ bei AIM beworben, nachdem sie von Rugiatu über AIM erfahren hat. Sie hat die Guadelupe Secondary School in Lunsar besucht und hat dann am Northern Polytechnic College in Makeni Gesundheit und kommunale Entwicklung studiert. Seit Januar 2010 arbeitet sie als Feldanimateurin in den Dörfern Amdalai und Rogbaran im dem Häuptlingstum Buya Rumende. Wie die anderen Feldanimateure wohnt sie dort auch. Sie freut sich sehr über ihre neue Stelle und ist hochmotiviert, sich bei AIM einzubringen. Sie findet AIMs Arbeit sehr unterstützenswert.
Ibrahim Sewa Bangura
Feldanimateur in TMS
Ibrahim ist 23 Jahre alt. Seit April 2009 arbeitet er als Feldanimateur in TMS. Er findet die Arbeit sehr abwechslungsreich und herausfordernd. Er selbst habe viel durch die Arbeit gelernt, berichtet er. Am Anfang sei es für ihn sehr schwierig gewesen, vor BefürworterInnen von FGC zu sprechen. Nachdem er aber eine Schulung von AIM durchlief, fühlt er sich gewappnet. Er findet, dass es als Mann leichter ist, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu erhalten. Er sieht in den Dörfern, in denen er arbeitet, dass die Eltern nun mehr Wert auf die Bildung ihrer Kinder legen.
Weitere Mitarbeiter_innen
- Mohamed Bangura – Feldanimateur in Masimera
- Osman S. Sesay – Feldanimateur in Masimera
- Alpha B.Y. Kamara – Feldanimateurin in Maforki
Nachruf
Stephen M. Kanu-Kin
Ende Februar 2009 ist sehr zu unserem Bedauern der allseits hochgeschätzte Stephen Kanu-Kin verstorben. Mit seinem breiten Wissen zu Menschenrechten, insbesondere zu Kinderrechten, war er eine große Stütze bei AIM. Er hatte stets gute Ideen und leistete wertvolle Beiträge. Er wird uns als engagierter Mitarbeiter und guter Freund in Erinnerung bleiben. Möge er in Frieden ruhen.


















