Eine effektive Strategie muss immer dem jeweiligen lokalen Kontext angepasst sein. Die ver-schiedenen Akteure, die in das System von FGC eingebunden sind, müssen durch integrierte Ansätze adressiert werden. Diese Akteure sind die Beschneiderinnen, Kinder und Jugendliche, deren Eltern, LehrerInnen, Gesundheitspersonal, politische und administrative AmtsträgerInnen sowie traditionelle und religiöse FührerInnen.
Folgende Ansätze gilt es je nach Zielgruppe zu kombinieren:
Rechtlicher Ansatz; Leitfragen: Was sagt internationales Recht zu FGC? Was ist die Rechtslage zu FGC in Sierra Leone auf nationaler und lokaler Ebene?
Menschenrechtsansatz; Leitfrage: Warum handelt es sich bei FGC um eine Men-schenrechtsverletzung und geschlechtsspezifische Gewalt?
Kultureller Ansatz; Leitfragen: Ist Kultur statisch und somit kulturelle Praktiken wie FGC unveränderlich? Gab es schon immer FGC in der Bundo-Geheimgesellschaft? Was sagen Islam und Christentum zu FGC?
Ökonomischer Ansatz; Leitfragen: Welche ökonomischen Folgen hat FGC für die beschnittenen Mädchen und ihre Eltern? Profitieren Paramount Chiefs und die Beschneiderinnen auch langfristig von dem Einkommen durch FGC?
Gesundheitsansatz; Leitfragen: Was sind die gesundheitlichen Risiken und Folgen von FGC?
Sozio-psychologischer Ansatz; Leitfragen: Was könnten sozio-psychologische Auswirkungen von FGC sein? Wie wirkt sich FGC auf die betroffenen Frauen und ihre Partner aus?
Viele Initiativen zur Überwindung von FGC haben sich vornehmlich mit einem dieser Ansätze (manchmal auch zweien) beschäftigt und somit zu eindimensional gearbeitet und wenig Erfolge aufzuweisen. Nur Organisationen, die den lokalen sozio-kulturellen Kontext ihres Interventionsfeldes genau kennen und in diesen eingebunden sind, wissen, welche Strategie für welche Akteursgruppe geeignet ist. Eine solche Organisation ist das Amazonian Initiative Movement.




