Weltweit sind etwa 150 Mio. Frauen von FGC betroffen. In 28 Ländern Subsahara Afrikas erleiden Mädchen und Frauen FGC. Daneben gibt es Bevölkerungsgruppen auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens, die diese Praxis ebenfalls durchführen. Es gibt viele verschiedene Formen.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet folgende vier Formen von FGC:

Typ 1: Entfernung der Klitoris oder der Klitorisvorhaut (Klitoridektomie)

Typ 2: Entfernung von Klitoris und Teilen der inneren und teilweise äußeren Schamlippen (Exzision); Dieser Typ ist am meisten verbreitet.

Typ 3: Entfernung eines Teils oder der gesamten äußeren Genitalien und an schließendes Vernähen/Verengen der Vaginalöffnung (Infibulation)

Typ 4: Andere Formen schmerzvoller Behandlung des weiblichen Genitals zu nicht-medizinischen Zwecken, wie Piercing, Einschneiden etc.

Die Karte unten bildet die Verbreitung der FGC-Typen eins und zwei ab. Nummer vier in Westafrika ist Sierra Leone.

Verbreitung FGC

FGC ist ein Phänomen mit langer Geschichte und weltweiter Verbreitung nicht nur in Afrika. In der ganzen Welt gab und gibt es Methoden zur Unterdrückung der weiblichen Sexualität und Selbstbestimmung. Als eine dieser Methoden ist FGC keine rein afrikanische Praxis. In Deutschland wurde die weibliche Genitalbeschneidung noch im 19.Jahrhundert bei sog. nicht gesellschafts-konformem Verhalten (z.B. Masturbation und Hysterie) durchgeführt. Durch die Globalisierung und die mit ihr einhergehende Migration wird FGC heute auch in Europa und Amerika praktiziert. In Deutschland sind etwa 20.000 Frauen betroffen.

Die Beschneidung der weiblichen Genitalien ist ein Prozess, der mit massiven negativen körperlichen und psychischen Folgen für die beschnittenen Frauen und ihr direktes Umfeld einhergeht sowie mit negativen Auswirkungen für die sozioökonomische Entwicklung ganzer Gesellschaften.